rosEsassine
"Ach, das ... das hat mit uns ... mit uns ist doch was ganz was anderes. Das ist doch keine Affäre. Wir haben doch keine richtige Affäre. Nein, also wirklich. Das ist doch zwischen uns rein also körperlich. Eine ganz saubere Sache ist das. Ich bitte dich. Wir haben doch feste Zeiten. Und immer der gleiche Ort. Das Hotel ist schön gelegen, gepflegt, seriös, schallisoliert ... Das ist Freiheit. Eine schöne Lage ... Das hat Stil. Das ist ein richtiges Ritual. Ein monatliches kleines Fest ist das, und bitte, ein ganz treues sogar. Wenn andere `mal so treu miteinander wären wie ... Ja, ich mein das so, heut ist doch nichts mehr selbstverständlich ..."
Die Autorin Melanie S. Rose (D/A) und der Pianist Jean Claude Sassine (CH) erzählen in ihrem ersten gemeinsamen Bühnenprogramm (Fremdgehen für Fortgeschrittene) von nahen und fernen Versuchungen und warum im Bergland verkannte Männer verfettet enden.
Ob bitterbös, zum Dahinschmelzen oder mit einem Schuss Ironie, Rose und Sassine verheimlichen nicht, warum uns unsere Gefühle manchmal ziemlich heilsam auf den Gipfel treiben.
Presse
Geschichten über die Sehnsucht nach Liebe
LANGENTHAL Zum ersten Mal teilen sich Autorin Melanie S. Rose und Pianist JeanClaude Sassine die Bühne. Eine musikalische Lesung über verpasste Chancen und die Liebe.
Dämmerlicht im Chrämerhuus. Auf dem Podest ein elektrisches Klavier mit einem in Schwarz gekleideten Pianisten, an einem kleinen Tisch eine Autorin, das Gesicht im Licht einer Leselampe. Der Pianist schlägt die ersten Töne an. Die Autorin setzt ein. Der Rhythmus ihrer Stimme schmiegt sich an jenen der Musik, verstärkt ihn, lässt ihn verebben. Dann spricht sie in die Stille. Ihre Stimme lockt zärtlich, verhärtet sich, wird aggressiv, schreit, singt, verstummt.
Die aktuelle Lydia-Eymann-Stipendiatin Melanie S. Rose und der Pianist Jean Claude Sassine haben sich gefunden und machen aus der Lesung im Chrämerhuus ein Gesamtkunstwerk.
Flucht in die Fremde
Melanie S. Roses Geschichten drehen sich um Sehnsucht nach Liebe, um verpasste Chancen und um Flucht aus einer Welt, die unerträglich geworden ist. Eine Frau trifft nach zwanzig Jahren
ihren Jugendschwarm wieder und will die verpasste Chance nachholen. Eine andere flieht vor dem Alltag in das kriegsversehrte Dubrovnik. Die Begegnung mit einer geheimnisvollen Frau
bringt ihr die Stadt nicht näher, sondern verstärkt ihr Fremdsein. Im Telefonmonolog versucht eine Frau ihren Geliebten zu halten, der genug von den regelmässigen heimlichen Treffen hat.
Melanie S. Rose spielt mit Klischeevorstellungen und bricht sie auf, indem sie diese ad absurdum führt. Sowohl Fridolins Ratschläge zur Rettung der Welt als auch ihre Heidi-Geschichte in Rot
wirken grotesk und verzerrt. Heidi, Klara und Peter sind nur noch leere Versatzstücke, die von der Autorin in einer absurden Welt hin und her geschoben werden. Dass die Farbe Rot dominiert,
erklärt die Autorin damit, dass Rot für die Geschichte vorgegeben war. Rot ist aber auch Nationalfarbe der Schweiz. Nicht nur das rote Band mit weissen Kreuzen, das vom Lesetisch fällt, weist darauf hin. Melanie S. Rose nimmt immer wieder die Schweiz als Hintergrund für
ihre Geschichten ins Visier.
BernerZeitung, Prisca Rotzler Köhli
Bühne Das Programm dauert ca. 80min inkl. Pause.
rosEsassine benötigen ein Mikrofon, ein Klavier und eine Leselampe.
Programm inkl. Publikumserfolg "Die Nacht des Irrtums" (inzwischen übersetzt ins Slowenische, Montenegrinische, Serbische, Französische!)
msrose - 20. Mrz, 13:27