22
Sep
2016

95 x freeD (nicht nur) zum Lutherjahr

freeDbymsr

... ... ... freeD 7: fahr nicht nur mit alten kameraden auf dem rad durch das alte land. // freeD 8: lies luthers tischreden, bismarcks gedanken und goethes unterhaltungen laut im öffentlichen nahverkehr in görlitz und isenbruch. // freeD 9: philosophiere mit dem wattwurm im november über den anstieg des meeresspiegels in der deutschen bucht. // freeD 10: untersuche in sopron den élysée-vertrag auf zubereitungen von kaffee und salatsauce: warum zählt die französische küche zum weltkulturerbe - warum nicht ein kessel buntes?// freeD 11: iss lübecker marzipan zur buddenbrooks-lektüre. // freeD 12: erinnere dich bei buletten aus thüringer mett an die glücklichste nacht der deutschen geschichte. // ... ... ...

24
Jun
2016

Eros II // I Europa / II feeling europe neo

Eros II

L`inconnu, c`est l`amour. Ce qui nous est devenu étranger, c`est
l`amour. C`est l`étranger en nous-mêmes.

Das Fremde ist die Liebe. Was uns fremd geworden ist, ist die Liebe.
Das ist das Fremde in uns.



FEELING EUROPE NEO / We Raise A New Flag

01feelingeuropeneobymelsros

Ich glaube an Europa
Die Frau mit der weiten Sicht
An Eurasien, den Kontinent
Die erneuerbaren Energien
Die Gemeinschaft der Kulturen

Und an meine europäischen
WeltKulturOrte
Wien, Calais, Rom, Berlin, Amsterdam
Riga, Barcelona, Basel, Maidan, Paris
Riace, London, Noma, St. Petersburg
Sarajevo, Sopron, Stradun, Avalon
Lissabon, Oslo, Ljubljana, Grimsey
Prag, Krakau, Nida, Temeswar, Gent
Andorra, Istanbul, Sagres, Mons, Elbrus
Lampedusa, Rouffignac, Durmitor, Näs
Rhein, Donau, Olymp, Mt. Blanc, Melilla ...

Ich fordere und fördere
Meine kreativen Vertreter
Gewählt mit europäischem Esprit
Gewachsen durch
Unerschütterliche Vielfalt
Kultiviert, entdeckt und umsorgt
Abgesunken in das weltweite
Reich von Banken
Täglich auferstanden
Aus den Krisen
Fest verankert
In der Welt

Ich baue auf
Unsere Wirtschaftsweisen
Inmitten von Antarktika, Amerika
Australien, Afrika und Asien
Steht Freiheit in Europa
Für Zusammenhalt


Ich glaube an die Idee
Von Menschlichkeit
Shakespeare, Bach, da Vinci, Scholl
Linster, Ibsen, Heine, du Châtelet
Kandinsky, Stojka, Voltaire, Canetti
van Gogh, Le Clésio, Ligeti, Leibniz
Picasso, Bergman, Reed, Aristoteles
Kafka, Curie, Marías, Cioran, Dante
Wajda, Händel, Kant, Goethe, Nurejew
Tabori, Mozart, Wenders, Bruckner
Hildegard, Sväng, Nightingale, Humboldt ...
Respektvolle Bildung für alle
Soziale Gerechtigkeit
Frieden mit Zukunftsinnovation
Und das Überwinden der Schulden

Denn Europa
Deine edlen Werte
Wahren die Kinder unserer Welt:
Dein und mein zukünftiges Gesicht
Richtung Glück

unitybymelsroseP8011212


NEW FLAG /
pic: Wanderer im Meer II & III. (Olympus); Frankfurt "Holy" (Sony)

sometimes you just add one name, one place ... in order to feel home.




DSC07305frankfurt2neobymels


E U R O P A

Agenturen werden die Dekadenz
Von Diktatoren
Nicht mehr polieren.

Von den Meeren
Treibt Demut an Land.

diktatoren1bymsr1

12
Jun
2016

in diesen zeiten sag nein (rose frei nach borchert)

Dubbymelsrose

du. Polizei-Armee. wenn sie dir befehlen, gewaltsam gegen mündige und aufgeklärte vorzugehen, die friedlich ihr recht und glück erkennen: sag NEIN!

du. Regierung. wenn dir die wirtschaftslobby lukrative militärschläge oder klima-, flüchtlings-, grenz-, gender-, gesundheits- und handelsabkommen gegen jede menschlichkeit und vernunft diktiert: sag NEIN!

du. Investmentbank. wenn sie dir befehlen, eine gute hure zu sein: sag NEIN!

du. Kultur. wenn neureiche programmdirektionen die kreativität der avantgarde ausbremsen, weil ihnen einzig ihre bildungsarme trophäenjagd heilig ist: sag NEIN!

du. Sport. wenn diskriminierend und unsolidarisch für korrupte, abgeriegelte spiele gekämpft wird und für goldkarrieren mit gemeinschaftsdienlichen steuergeldern entseelte sportstätten zum hungerlohn aus zwangsenteigneten böden gestampft werden: sag NEIN!

du. GeschichtsWissenschaft. wenn akten wie zu churchills verrat oder fukushima, mh370, mh17 ... gezielt vernichtet werden: sag NEIN!

du. Weltbürgertum. wenn sie dein leben durchleuchten wie kaltes glas und deine privatsphäre unheilig, grund-und würdelos als öffentlicher raum missbraucht wird: sag NEIN!

du. Agrar-Lobby. verteidige die natürliche vielfalt. wenn dir in der schlacht um das gentechnisch manipulierte saatgut die aggressive regulierung aufgetischt wird: sag NEIN!

du. Extrem. gewalt ist dein fahrschein zur hölle. wenn dich der zug erfasst: sag NEIN!

du. Leben. wenn dich medizin, religion und industrie versklaven: sag NEIN!

du. Weltvision. wenn antidemokraten, die noch eine rechnung offen haben, als egomanische entscheidungsträger an machtpositionen, patente und pipelines gelangen: sag NEIN!

du. Gewissen. wenn sie dich kaufen, um unschuldige zu belasten: sag NEIN!

du. Herz. übe dich in barmherzigkeit. die welt braucht deine LIEBE LOVE AMOR

19
Mai
2016

Some Balkan Blues

dubrovnik_by_msrose

Als wir durch die Stadt fuhren, strich Nika mit ihren Fingern über die Autoscheibe, als ob sie Worte und Farben auf die Ruinen malte. Sie tünchte das zerbombte Grau in blau und weiß. Überall malte sie auf den zerstörten Stein den Himmel. Ich war hellwach.
EUFOR-Soldaten sammelten auf einem großen Parkplatz illegale Waffen ein. Wo Zerrissenheit herrscht, taugen die eigenen Leute nicht zum Vorbild. Sanija redete, sie sang, sie rauchte. „Wer fragt dich schon, ob du bereit bist“, sagte Sanija. „17 Tage bin ich nur kriechend durch die Wohnung, weil wir genau in der Schusslinie lebten, und jeden Tag nur Pasta. Glücklich, wer noch Soße hatte." (aus: Some Balkan Blues & pic Dubrovnik by msr.)

17
Mai
2016

Weltkarriere kann man nur in einer Welt machen, die ihre Tore offen hält

Napraviti svjetsku karijeru moguće je samo u svijetu čija su vrata otvorena

New York, Berlin, Tokio, Bürgermeisterwahl und die Welt blickt nach London. Das berühmte Riesenrad „London Eye“ sagt „hello“ zur Welt. Gewählt wurde der Sohn eines eingewanderten pakistanischen Busfahrers und einer Näherin, ein Rechtsanwalt als Bürgermeister für die internationale Finanz- und Kulturmetropole, jung, fesch und weltoffen.
Bundespräsidentenwahl und die Welt blickt nach Österreich. Eine der besten Bühnen der Welt wird attackiert, das mythenumwobene Wiener Burgtheater, Wiege berühmter Künstlerdynastien, Haus der Hörbigers, Shakespearetempel, bekannt als „die Burg“, Garant für wegweisende Kunst, wo die weltbesten Autoren und Regisseure mit Kusshand arbeiten. Der „Angriff“ auf dieses Haus war und ist ein Angriff auf die weltoffene Seele Österreichs.
Was wünschen sich alle, die jetzt noch die Wahl haben, nach der Londoner Bürgermeisterwahl in Österreich im berühmten Prater-Riesenrad bei der aktuellen Bundespräsidentenwahl für die einst kaiserliche Hofburg, für Europa, für die Welt? Nicht schon wieder so ein alter Mann, egal was er kann? Als Bundespräsident muss endlich etwas Jüngeres her und der Kandidat H. ist wenigstens äußerlich jung und fesch und zeigt´ s den Etablierten, wird die Oiden wegputzen und dann endlich österreichisch durchregieren? Neben dem neu gewählten Londoner Bürgermeister muss ein Satz wie „Der Islam gehört nicht zu Österreich“ auch aus einer jungen, feschen Goschn unendlich alt wirken.
Was heißt denn heute österreichisch? Heimat meiner Mutter, Mozart, Kaiserschmarrn, Sacher, Falco, Schwarzenegger, Billy Wilder? Zeigt sich „Made in Austria“ als Weltmarke & Vielvölkerstaat automatisch weltoffen? Romy Schneider wurde in Frankreich zur Schauspielerin des Jahrhunderts gewählt und Christoph Waltz ist in Hollywood „das“ oscarprämierte Aushängeschild Österreichs, beides Kinder aus alten und ehrwürdigen österreichischen Künstlerdynastien und weltweit geachtet. Weltkarriere kann man nur in einer Welt machen, die ihre Tore offen hält.
Was sollte der Weltbürger, Europäer, Londoner bitteschön an sich abschottenden ungarischen Verhältnissen schätzen? Herr Orbán wurde unlängst als „mein kleiner Diktator“ von Herrn Juncker begrüßt. Das junge, fesche und moderne London gilt bereits als Ungarns fünftgrößte Stadt. Warum wohl, wird sich der weltoffene Ungar und der weltoffene Österreicher fragen: Weil Menschen weltweit gerne dort leben und arbeiten, wo sie sich frei fühlen können. Weil das Wiener und das Londoner Riesenrad weltweit Wahrzeichen für weltoffene Kulturen sind.
„I kenn´ die Leut´,
i kenn´ die Ratten,
die Dummheit,
die zum Himmel schreit“.
Die Zeilen von Fendrich kennt in Österreich eh ein jeder. Wählen geht hoffentlich ein jeder auch!

25
Mrz
2016

...

" ...Von ihrer erzählerischen Kraft war ich so angetan, dass ich mich dem Übersetzen ihrer Erzählungen mit einer besonderen Freude gewidmet habe. Ihre Sichtweise und Interpretation der modernen Welt ist für uns in Montenegro eine literarische Entdeckung: In der Welt verschwinden die Grenzen und die Schichten der Kulturepochen – der Mensch bleibt dramatisch einsam, nackt und unbeholfen. Oft hat man den Eindruck, dass ihn nur das Verständnis und die Wärme des literarischen Wortes retten können. Und diese Erkenntnis bietet, wenigstens für kurze Zeit, nicht nur einen künstlerischen, sondern auch einen menschlichen Sinn. Die Suche des modernen Menschen in Roses Werk ist auch die unsere."
Danica Janković, Übersetzerin, Podgorica

"Wie einer Darstellerin auf der Bühne gelingt es ihr, die Zuhörenden in einen Sog zu reißen, aus dem es kein Entrinnen gibt. Mit ihrer ausdrucksvollen Erzählkraft lässt sie Figuren, Orte, Stimmungen vor den Augen der Hörenden entstehen ..." Berner Zeitung

25
Nov
2015

DER PREIS DER PIPELINE / SYRIEN

approachbymelsr

Der Preis der Pipeline / Syrien

In behausten Ruinen
Wütet kein Staunen mehr

Kinder wuchten Kilometer
Für ein neues Lachen
Ohne Halt

Pläne jagen Geblendete
Für ein neues Konto
Mit Gewalt

In verratenen Armen
Tobt kein Reich mehr

Nahtlos reiht sich
Hunger an Geschütz

Wo Zukunft in Fetzen
Durch Trümmer zittert
Strömen Öl und Gas
Milliardenschwer
Unter dürrem Land

Nur der Sand treibt
Würdevoll zum Licht



________________

14
Nov
2015

ERSTER TAG ZWEITES LEBEN

Religion ist ein Test für emotionale Intelligenz. Wir wählen lieber, was uns stärker macht. Doch wer entscheidet, was dem Zeitgeist zur Wahl steht?

Wie liebst du mich /(Thai für 2) // lesen zu Dido "White Flag"
feelingeuropeneobymelsrose_small
Seit ich sprechen kann, weiß ich, dass die Erde rund ist, mit 14 konnte ich mit einfachen Worten erklären, dass es stimmte mit der Polumkehr und der südatlantischen Anomalie, dem Magnetfeldtralala und der kristallinen Struktur der Lavamassen, dass diese Phänomene sich hier auf diesem Planeten ereignen werden, sich ... als ich 20 war, schon beinahe routinemäßig ereigneten; die Söldner und die Edlen, wie ich die fremden Gruppierungen schon immer nannte, sind mir vertrauter als meine Nachbarn, zunächst nur die dunkle Truppe, die sind längst hier, aber jetzt geben sie ihre Eingriffe ohne Rücksicht zu erkennen, und ich habe denen, die meine Aufzeichnungen in meinem ehrwürdigen Biedermeiersekretär finden werden, komprimiert in Kristall, gespeichert, über meinen Tod hinaus, etwas über mein neues Leben zu sagen: Meine Mutter wurde nie geboren. Sie hat nie gelebt. Das heißt noch lange nicht, dass ich keine Mutter habe. Es gibt mich, gab mich. Jeder Mensch hat eine Mutter. Man muss sich doch nicht persönlich kennen, nicht wahr? Meine Mutter starb, bevor sie auf diese Welt kam. Sie war noch nicht mal drei Monate alt, aber alt genug, alt genug für euch, für ihre Eierstöcke. Ihr habt ihr die Eierstöcke rausgeschnitten und den Rest von ihr umgebracht. Aber die Oozyten gerettet. Heldenhaft. Mutter tot, aber die Eier leben. Das bin ich … Ich wusste zunächst nicht, was ihr uns wirklich bringt, ob Glück oder Katastrophe. Ich wusste hingegen sehr genau, seit ich 13 bin, dass nicht nur e i n Staat mehr von euch wusste, als man uns gegenüber je zugeben würde, und ich machte mir zur Aufgabe, die Verhältnisse endlich auszubalancieren, ich wurde Genetiker, ich wollte Klarheit für alle. Ich konnte mir denken, dass so manche Regierung Machtverhältnisse zu ihren eigenen Gunsten bewahren wollte und genetische Tests im Gegenzug gegen eure technische Unterstützung zuließ. War wohl nicht der einzige Geheimplan … Das hier mit uns ist alles eine Nummer zu groß für mich, Frank, hat Anna mir gesagt, meine eigene Frau, wie altmodisch das klingen kann. Du kannst mir sagen, ich komme gar nicht von der Erde, ich bin extraterrestrisch gezeugt, geklont, Anna kommt von der Venus, es nützt nichts, es zu wissen, sie konnte es nicht begreifen, aber was hatte Anna je begriffen von mir oder von uns. Weißt du, warum der Kalender in den Pyramiden im September 2001 aufhört? Annas Fragen waren nachvollziehbar gute Fragen: Religion ist ein Test für emotionale Intelligenz. Wir wählen lieber, was uns stärker macht. Doch wer entscheidet, was dem Zeitgeist zur Wahl steht? Sag es mir, Frank, ihre Worte, was hätte ich ihr denn sagen können? Alles in den Genen? Alles Passage? Ha! Ich glaubte gerne, ohne es exakt zu wissen, dass ich hier gut gestorben war - ohne direkte Kontaktaufnahme. Diese Zeilen, so in etwa, werdet ihr dann also finden im Sekretär, oberstes Fach, kristallklar. Dieser ganze Hokuspokus ist mir intellektuell eigentlich zutiefst zuwider. Ich kann mich nicht daran gewöhnen, fremdbestimmt zu sein, weil ich eure unmenschlichen Eingriffe nicht als ehrenwert empfinde. Die fremden Söldner verlegten den Hauptsitz in die Berge, irgendwo in ein gebunkertes Bergmassiv. 2014 wurden eure Kontaktorte bekannt. Wer dafür wohl abkassierte? Und seit wann überhaupt? Sie kontrollieren den gesamten europäischen Markt, Afrika, den Golf, die Wüste, den Mittleren Osten. Schon heute. So heißt das in den Medien. Menschen müssen sterben, es gibt zu viele davon. Sie müssen ordnungsgemäß nach eurem dunklen Plan sterben. Das ist eine Planstudie. Es sterben immer noch zu wenig, deshalb ist Stress gut. Die von euch gesteuerten Konzerne kommen. Sie erobern. Unstillbar. Das ist euer Plan. Deshalb auch die neue Pest. Die Pestizide und Seuchen werden kommen. Seuchen in Paris. In Rom. Und es sterben immer noch zu wenig Menschen? Zu wenig wahre, alte, altmodische Menschenmenschen auf der Welt auf der Suche nach der höheren Liebe, um diesen Irrsinn zu verneinen? Anna hat mich gefragt, hast du keine Angst? Wir sind über sieben Milliarden Menschen. Du sagst mir mein Todesurteil am Telefon. So nach dem Motto: Übergib dich der Forschung, es ist alles in Ordnung. Verpiss dich doch, Frank, hat sie wirklich gesagt, das tu ich jetzt auch irgendwie. Alles von mir löste sich irgendwie auf; Detailwissen ist ganz schön zerstörerisch, sagte Anna, wenn sie müde wurde. Ich konnte dir keine Liebe mehr geben ... die du verstanden hättest, Anna, also wollte ich, dass es dir gut geht. Diesen Satz für die Ewigkeit, möge, wer immer ihn findet, möget ihr diesen Satz über mein Dasein bewahren. Aus evolutionären Gründen hatte ich in Sachen Gefühle funktioniert, ganz nach eurem Schema, wie ihr das zu meinem Besten erfunden hattet. Ich glaubte lange, das zu akzeptieren, die Fremdbeobachtung, würde mir auch nach meinem Erdentod noch gänzlich unbegreiflich und unverzeihlich bleiben. Ich war alles, aber nicht wahnsinnig. Ich will mein Leben zurück, Frank, hat sie mir gesagt, immer wieder. Nichts ist in Ordnung. Nichts ist mehr, wie es war. Wenn ihr diese für die Forschung im All freigegebenen humanoiden Phrasen findet, nur zur Info, ich hab davon auch noch eine simple mp3-Aufnahme, die CD liegt im dritten Fach, das etwas klemmt, im dritten rechts, also Vorsicht beim Rausziehen, bitte. Ich war wirklich kein unsensibler Mensch. Ist Biedermeier. Ich hatte mich für den Bruchteil einer Sekunde ernsthaft gefragt, ob ich denen, die nach uns kommen, egal woher sie kommen, sollte ich erwähnen, was mir Biedermeierstil bedeutet? Was kann man sich über uns denken, eine Menschheit, die sich respektlos gegeneinander … Das ganze Zeug mit „meine Geschichte gehört mir“. Sollte ich nicht unerwähnt lassen, dass meine Zellen aus Konkurrenzneid von Kollegen vernichtet wurden ... Wird man über uns denken, die sind noch nicht so weit? Mich wissenschaftliches Genie wird’s nicht mehr geben. Aber ich hänge irgendwie an meiner Stimme. Das was ihr an neuer Technologie brachtet, machte meine ganzen altmodischen Aufzeichnungen überflüssig. Aber ich will meine alte Stimme trotzdem aufheben und bewahren. Menschen wie ich brauchen eben respektvollen Halt wie eine Verankerung in ihrer Jetzt-nur-Ich-Zeit, dass sie wirklich gewesen sind, stattgefunden haben, voller Sinn lebten, alle da draußen sollen es wissen und mich hören … Warum sollte der apokalyptische Schwimmbunker des Instituts denn leer stehen? Ich hatte meine Erbstücke dort mit reinverfrachtet. Ich hatte diese Möbel von einer Großtante geerbt mit der Auflage, das Zeug sollte zusammenbleiben. Es geht mir jetzt gut, ich war längst zu den Friedvollen übergelaufen oder übergelaufen worden, wie ich damals auf meinem Sofa saß, das historische Geheimnisse barg, zumindest stellte ich mir das vor … und das inspirierte mich zum Schreiben an die Neuwelt, obwohl ich noch nicht wissen konnte, was ihr dann bei euch plant. Zurückbleiben ist nur etwas für Feiglinge … Jedes Mal wenn ich mich freute, dass Anna kam, hoffte ich, dass sie nicht da war. Das hatte ich ihr nie gesagt. Weißt du, was es heißt, sein Lachen zu verlieren? Das hatte ich sie gefragt. Sich das Universum schönfragen. Das war meine Spezialität und wenn ihr überhaupt etwas von mir mitnehmt, dann das. Mit Anna an meiner Seite ging nur das. Und dann lachte Anna hysterisch. Anna, ich habe mir unser Ende auch anders vorgestellt. Ich halte das nicht aus. Ich habe das nicht gewollt. Ich habe das nicht gewusst … Was das heißt ... Ich will nur noch vergessen. Verstehst du, Anna? Einmal vergessen. Ich will mein Leben zurück, wie es war, als ich das alles noch nicht wusste. Ich will diesen Tag vergessen. Diesen einen. Und ich schaffe es nicht. Nur ein Tag. Und ich schaffe es nicht. Wenn ein einziger Tag ... eine Stunde ... ein ganzes Leben verändert, was ist dann mit morgen? Fortpflanzung ist ein riesiger Wirtschaftszweig. Endlich haben wir Gewissheit? Worüber denn? Antworte mir, Frank. Anna konnte mich fordern ohne Ende. Dass es immer wieder ein Morgen gibt. Ich habe im Internet nach euch gesucht und ich gebe zu, ich war lange flehentlich enttäuscht, dass ihr mich nie leibhaftig besucht habt. Ich lernte dafür aber diese Pam, Mitte 40, in meinem Institut kennen, an dem Tag, als ich erfuhr, dass ich unfruchtbar bin und meine Frau besser verlassen sollte. Pam war harmloser Durchschnitt. Durchschnittlich gebildet, durchschnittlicher Verdienst, durchschnittliche Beziehungen. Ich kannte ihre Akte. In keiner Hinsicht irgendwas Besonderes. Pam kam einfach in mein Institut und hat mich dort erschossen. Ich kann nichts dafür, wenn Anna das Gefühl hat, unsere Geschichte ist nicht richtig fertig und jemand sei ihr zuvorgekommen … Anna kocht nach meinem Tod Thai für 2, so eine Eigenkreation mit zu viel Ingwer, das gibt verdammt viel Wärme, innen, ich finde das schon bezeichnend, und sie zeigt diesem Martin nach dem Essen ihre Fjord-Prospekte. Mit dem Geld von ihren verkauften Eiern hat sich Anna ein Haus in Norwegen gekauft. Weiß ein Wesen der Zukunft, wie wichtig das für unsere Gefühle ist, den Abschied zu zelebrieren? Ich überlege mir, ob dieses Hochglanzzeug aus Skandinavien, wenn es verbrannt wird, in etwa meinem jetzigen Urnengewicht entspricht. Anna verkauft ihre Eier, von irgendwas muss man ja leben. Sie gibt es also zu. Damit die besser sprießen, muss sie Hormone nehmen, ziemlich viele. Sie gibt etwas von sich weiter. Das ist ein gutes Gefühl. Andere designen Taschen. Dann kannst du überall deine Taschen rumlaufen sehen. Anna hat nicht diesen Druck. Sie weiß nicht, in wem ihre Eier alles drinstecken, hat Anna nüchtern erklärt. Martin ist auch so ein Blockierter. So ein verwöhnter Schnösel, dem Mutti damals das Abklemmen gesponsert hatte, damit er sich mal kein unerwünschtes Kind anhängen lassen konnte und in seinen besten Jahren frei war für das beste im Lande, das Bübchen. Der verkauft teuer seinen Saft im Netz. Auch ein netter Nebenjob. Spermien- und Eierhandel. Übers Internet kennengelernt. Sie machen das jetzt seit ein paar Jahren. Martin mochte mich nicht. Er ist Bestatter geworden, weil er als Psychologe nicht so richtig vorwärts kam und betreibt mit seinem Kumpel nebenbei noch einen Getränkehandel mit zwei großen Wagen, einen für Getränke, einen für naja. Her mit der Asche. So läuft das. Rauf auf den Esstisch. So machen sie das mit mir. Zwischen Kokos und Curry. Da steh ich nun, Frank, eine Handvoll Ascheleben. Na klasse. Es sind Fragen, die uns zugrunde richten. Nächte ohne Schlaf. Warum wird man verlassen, dieses eine "warum" kann nicht nur Anna aus der Fassung bringen … Meine Frau starrt auf meine Urne. Das billigste Ding wurde für mich ausgesucht. Noch nicht mal Airbrushtechnik, kein Baummotiv. Kein persönlicher Bezug, keins von meinen Lieblingsliedern, keine Feier auf das Leben, keine Erinnerungen, kein Kunstrasen beim Erdaushub, keine roten Blütenblätter, keine Freude, nichts. Ich hätte doch ein Testament machen sollen. Anna springt desinteressiert mitleidsfrei mit meiner Asche herum. Warum kannst du meine Fragen nicht mit deiner Genetik beantworten? 33.546.361 Buchstaben auf dem kleinsten Chromosom. Das ist ihre Lieblingsfrage. Du kannst nicht zeugen und lässt mich testen. Du lässt mich allein mit einem Befund und es gibt keine Rettung. Und damit hatte sie Recht. Das ist unser Leben. Wir haben beide, wie alle, nach eurem Plan gelebt. Aber ich wusste nicht, auf wen ihr richtig achtet. Was hätte mich in Annas Augen schon befähigt, auserwählt zu sein. In Ewigkeit Amen. Engel aus dem All, wer hat sie geschrieben, Annas Geschichte mit den kranken Eiern? Also zapfen wir unseren Frauen, wir nehmen ihnen mit 20 ihre jungen Eier ab, legen sie auf Eis, und die Frauen machen Karriere. Und nach der Menopause können sie dann in Ruhe gebären. Ich kannte sie. Ich hatte sie gesehen. Ich sah sie jeden Tag. Wie kann ich denn so eine Story vergessen? Frauen Mitte 40, Anfang 50, die aussehen wie 30. Wie sie im Business Dress mit Smartphone in den Instituten sitzen, sich vegetarisch korrekt ernähren, künstlich oder vegan, zwei-dreimal die Woche ins Fitness-Studio rennen und ganz vergessen und nicht glauben wollen, dass sie ihre Eier nicht auf jung trimmen können und die irgendwann zu alt sind. Ist das nicht ein Segen, wenn eine Frau auf ihre eigenen Eier zurückgreifen kann, wann immer sie es will … Wann immer sie es will … Meine süßen Eis-Eier. Kaviar seid ihr. Gold wert. Als ob Gehirne alles in freien Eiern aufwiegen. Menschenfrauen, wie geschwollen das klingt, wollen unabhängig sein. Nicht nur von den Eiern, auch von euch. Es gab Listen über die Entführungsfälle, wen sich die Söldner für genetische Tests geholt hatten. Diese Listen wurden 2015 öffentlich und wer Internetzugang hat, weiß nun endgültig Bescheid, obwohl das kaum einer glauben kann. Die ganze Welt weiß Bescheid über euch, wenn sie nur will. Martin hat mich dann schließlich unkompliziert, wie das nun mal so ist, wenn man einen Bestatter zum Freund hat, er hat mich ja für eine Nacht „ausgeliehen“, trifft es das. In ganz schlechten Momenten sehe ich mich schon in Annas Kamin hochgehen, während sie es davor treiben- für offerierte Hochglanzferien am Fjord auf Lebenszeit. Ich hol ihn morgen wieder ab, hat Martin beim Thaischmaus zu Anna gesagt. Ich vertrau Dir, Annalein, hat der schöne Bestatter gesäuselt. Mein Beileid hast du ja. Sie will sich ganz persönlich und intim allein zu zweit von mir auf alle Zeiten verabschieden. Ich bin gerührt von meinem Schicksal. Aufgewachsen in irgendeinem Pupselkaff und dann die große Genetikershow … Diese Pam stürmte also eines Tages in mein Institut und schrie, gib mir mein Kind zurück, ich will es wieder haben. Ich hatte ihr zu oft geholfen. Das letzte Mal war Pams Tochter auch drei, als sie irgendwo im Pool ertrunken war auf einer Kinderparty und diesmal also im Atlantik mit dem Flieger runter und es scheint wohl so, als ob wir sie nie älter als drei hinkriegen, die können wir so oft wiederholen, die wird immer nur drei, und ich habe nein gesagt, ich mach das nicht nochmal, dasselbe Kind nochmal, dann ist die Mutter durchgeknallt und hat mir erst mal in den Fuß geschossen und geschrien, ich will dich auch mal bluten sehen, das ist jetzt allein meine Entscheidung, hat sie geschrien, und dann in den Kopf und das war’s dann: Unfruchtbarer Genetiker, peng, Ende. Getarnter Selbstmord. Genial gelaufen. So blöd war Pam nicht, die stürmte nach Plan, was ich von Anna nicht immer sagen konnte. (schreit) Meine Asche, Anna, mach keinen Mist mit mir. Anna, du warst mir nie egal. (leise) Welche Farbe hat der Tod? Sie weiß noch nicht mal, wie ich am letzten Tag aussah. Sie hat in meinem Kleiderschrank gesucht, was fehlt, um sich ein Bild zu machen. Jetzt kommt sie wohl, die einzige Kontemplationsminute für eine verlorene Liebe … (lacht) Wie ist das, wenn du erfährst, du spendest, du verdienst an deinen Eiern, und niemand sagt dir, dass du eigentlich total krank bist, dass irgendein Gen bei dir spinnt, das in dir etwas nicht stimmt, weil es damals, als du schon fleißig verkauft hast, kein Test hat etwas Abnormales angezeigt. Annas Lebensthema. Trauma. Wahre Helden. Irgendwo da draußen gibt es 20, vielleicht 200 kleine Mädchen und Jungen. Und die werden sich treffen. Und vielleicht verlieben sie sich. Niemand weiß dann, ob er mit seiner eigenen Schwester schläft. Und wie krank er wirklich ist. Heute ist das so. (schreit) Achte auf die Symptome, Anna, ich habe dich immer gewarnt. Ich habe meine Eier längst verkauft, hat sie lässig gesagt. Achte auf die ersten motorischen Störungen, wenn deine Zigarette den Mund nicht mehr trifft, aber sie will mir nie glauben. Ob ich für sie oder wegen ihr sterben würde, ob die Gene springen, ob das, was defekt ist, eigentlich ein Segen ist und wir es nur nicht sehen. Ob der emotionale Stress uns zerstört, ob Anna gesund wird, wenn wir uns trennen. Ob alles nicht ein großer Irrtum ist, ob gar nichts in den Genen verlässlich steht. Junk Science. Wilde Spekulation. Und ihr von auswärts ward scharf auf einen frischen Erden-Uterus. Ich kannte die Listen mit den Mädchen, ich hatte selbst solche Listen in meinem Institut, Uni-Listen. Anna hatte ihre kranken Eier längst verkauft. Als Anna es tat, konnte es niemand von uns wissen. Es gab hier damals noch keinen zuverlässigen Test. Ihr habt das mit angesehen. Für eure Wissenschaft. Anna konnte mir genau vorrechnen, was sie in unsere Beziehung investierte. Was ist euch das heute wert? Was ist denn Sex im 21. Jahrhundert? Wer kann sich das leisten? Ist das ethisch vertretbar, Engel aus dem All? Da ihr nie den Kontakt zu mir offenbart habt, weiß ich keine korrekte oder bessere Anrede. Und Anna ist also nicht mein alleiniger Testfall, jede „ich mach alles für schnelles Geld“-Truppe nichts als ein Testfall, ein simpler Reinfall, der ganze inszenierte Hass, die ganze Erdengier, in die Falle getappt, der halbe Planet hat der Liebe entsagt, Mitgefühl vertagt, aber das habe ich ihr nicht mehr sagen können. Ich archivierte wie im Rausch mein Leben. So wollte ich nicht gehen, nicht so peinlich. Morgen würden sie den alten Teppich rausreißen und die Wände streichen, alles frisch zur Schlüsselübergabe. So eine Wohnungsauflösung im Todesfall macht richtig Arbeit. Ich habe mir, seit ich 10 bin, Gedanken über meinen Anfang gemacht. Wesen aus der Zukunft, kennt ihr das, wovon ich rede? Mein Vater war ein Sperminator, das hab ich nicht erfunden, so nennt man das, aber wem erklär ich das. Ihr habt ihm nach seinem Tod eine Elektrosonde in den Hintern geschoben, bis zur Prostata geführt, und noch mal Samen abgezapft. Das nennt man Vergewaltigung eines Toten. Ihr werdet wissen, mit welchen Gefühlen Anna mit mir durch die Nacht läuft. Wie liebst du mich, Frank, hat sie mich oft gefragt. Wenn es keine objektive Wahrheit gibt, wieso dann wissen? Dann verzog sich immer ihr Mund. Liebst du mich mitleidiger, ausforschender, distanzierter, experimenteller? Liebst du mich experimenteller, wenn du meine Veranlagungen kennst? Was kann sie mir noch glauben. Alles eure Erfindung? Und was ist mit unserer Entscheidung? Anna stürzte und hatte sich die Rippen geprellt. Es war beschissen, aber sonst ging es ihr gut. Hätte ich das ihrer Mutter erzählt, sie hätte jeden Tag angerufen. Sie hätte Anna erst recht krank geredet. Hätten wir ihr das ein halbes Jahr später beiläufig erzählt, wär sie beleidigt gewesen. Gekränkt über mangelndes Vertrauen, weil sie´s nicht gleich gewusst hat. Ich konnte Annas Fragen nicht mit meiner Genetik erklären. Ich konnte nicht zeugen und ließ sie testen. Ich ließ Anna allein mit einem Befund und es gab keine Heilung. Warum musste sie es dann wissen? Immer belastend, versteht ihr das. Wir warten 30, 40 Jahre, weil ihr versprochen habt, etwas zu finden, sagte Anna. So sieht mein Leben aus. Die Suche nach dem Gottvertrauen. Es gibt Dinge, die in ihrem Sein wahrer sind, als wenn sie zum Thema werden. Das Wissen hat gar nichts mehr mit dem Geschehen zu tun. Das war immer so in meinem Leben. Jede Verspätung schafft Übertreibungen. Das werden sich diejenigen vielleicht auch gedacht haben, die mit euch über uns gesprochen haben, die ersten. Warum noch etwas wissen, was längst vorbei ist. Seit Jahrtausenden. Menschen fragen. Und wenn ihr euch irrt, hat mich Anna gefragt. Wir hätten sehr teure Technik, aber ohne unsere Computer seien wir nichts. Falsche Sequenzen. Was, wenn sie da draußen mit uns spielen? Weil der Mensch … nicht allein … gern spielt. Anna verschüttet den Kaffee, Handelsübliches Paket, Kaffee aus einer großen Vakuumverpackung, ab damit in den Müll, mit Arabica-Duft nach weiter Welt, dann öffnet sie in ihrer Wohnung meine Urne. Sie will wohl sicher sein, dass wirklich nichts von mir übrig bleibt. Was ist das Beste an der ganzen Geschichte, die Frage bleibt mir. Das Blau schillert von hier oben unendlich weit und kitschiger kann ich es wohl kaum beschreiben. Ich hatte den ganzen Sekretär aufgeräumt, noch zu Lebzeiten, ich war immer ein vorsichtiger Mensch. Außer diesem Text gibt es nichts zu finden. Nichts, außer meiner Stimme. Ich wusste lange nichts von eurem Kristall, wir haben diese Kitsch-Kristalle abgeschossen, es ist das Letzte für uns, dass dieser Schwachsinn mit den Schädeln tatsächlich funktioniert. Aber meine Seelen-Hirn-Entwicklung ist nicht nur euer Verdienst allein, so will ich das und Punkt. Kennt ihr den Friedhof von Peggy`s Cove? Ich war immer hochkonzentriert. Diese Frage zu stellen interessierte mich nur peripher. Aber ich stellte mir diese Frage vom friedlichsten Ort der Welt. Da liegen die Toten der Titanic. Am friedlichsten Ort der Welt. Ich träumte von diesen Wasserleichen. Und ausgerechnet da ging diese Swissair runter. Die sind unsterblich. Diese Toten. Die sind anders. Die vergesst ihr nicht mehr. Werdet ihr mich vergessen, Welt? Das ist nicht egal, wie ich sterbe. Das war mir schon lange klar. Aber wer hat heute Zugang und Recht, über mich Bescheid zu wissen? Was wird Anna wissen … Meine Frau verbrennt also wirklich diese Hochglanzfjorde, das ganze Prospektzeug, in ihrer Küchenspüle, für meine Urne. Toller Tausch. Es scheint ja eh alles egal. Der schöne Bestatter kriegt also `ne andere Asche zurück. So what. Sie steckt sich den goldigen Vakuumbeutel, der immer noch nach Kaffee riecht, fest unter ihren Mantel und geht mit mir oder dem grauen Zeugs, was von mir übrig bleibt, lange durch die Stadt durch die Nacht spazieren. Dann öffnet sie den Beutel auf der großen Brücke über dem Wasser, also doch tief ab in die Fluten wie bei der Costa irgendwas und `ne Arche wär doch goldrichtig gewesen. Ich habe selbst in diesem Zustand keine Lust so heimlich abzutreten, davonzutreiben, so fremdbestimmt. Ich kann das einfach nicht glauben. An dieses Ende glauben. Natürlich ist mir die Geschichte mit Pam und ihrer Klontochter peinlich, deshalb muss ich es wohl immer wieder durchleben. Ich will die Gewissheit, dass Gutes zu Gutem führt, weil es mir damit, seit ich 13 bin, immer besser ging und geht. Der Klimagipfel vertagt Entscheidungen auf Enkelkinder, Klimawandel gab´s schon immer auf der Erde, Atemluftgipfel wär richtiger, oder Klimaflüchtlingszahltag, im CERN fanden sie das Gottesteilchen, selbst der Dorfpfarrer spricht von Jesus als einem halben Außerirdischen, also haben nur bestimmte Menschen bestimmte Gene, ausbalancierende Fähigkeiten, bedingungslose Liebespotentiale, schon klar, die deutsche Sprache ist vom Aussterben bedroht, in Dänemark leben mehr Schweine als Menschen und der sprechende Kristallschädel hat mehr Macht als Europa ... Der ganze Sekretär, 23 Fächer, große, kleine, Geheimfächer, Original, überall ins alte Holz, das so viel sah und hörte, steckte ich meine reimlosen Zeilen über mein Leben rein. Kristallkomprimiert. Als ich keine 10 war, hatte ich mir noch ein Problem gewünscht, weil ich dachte, dann sei ich richtig erwachsen. Wer auch immer mich hier findet, wisst ihr, wie wichtig das ist, sich in Würde zu verabschieden? Anna schreit sich so was wie Enttäuschung runter vom Leib, bis meine Asche sich im Wind verfängt und durch die Luft über den Fluss kräuselt. Euer ganzer Krieg, umsonst. Die Weltreligionen versöhnt, die halbe Welt hat´s nur vergessen. Hätten diejenigen, die involviert waren, damals nur den Edlen geglaubt, die mich an Gilgamesch erinnerten oder an die Erzengel, hätte diese Welt vielleicht ganz anders ausgesehen, solidarischer, sozial gerechter, harmonischer, friedlicher, langweiliger, aber so ein megatechnischer Austausch und allgesicherte Überlegenheit schien -wem eigentlich genau- natürlich weitaus attraktiver als der ewige gleichtönige Weltfrieden, wo es Land und Energie … genug für alle gibt. Wir antworten auf einem verblendeten Planeten mit coolem Kitschgrinsen, wenn jemand sagt, mich interessierte schon immer die Ausrottung des Hungers, der Einstieg in die Erneuerbaren, die Abschaffung von Geld à la Enterprise, die Gleichstellung der Geschlechter, die Vernichtung der Massenvernichtungswaffen. Fossile Brennstoffe rauben uns die Luft zum Denken. Fraglich, wo sich klarer Verstand ins Hirn brennt. Wem sag ich das, Menschen zocken eben gerne mit Wetten, Waffen, Drogen, Frauen, Pipelines und Patenten. Aber für wen siegen, wen besteigen, wenn nichts mehr bleibt … Und ich weiß bis heute nicht, wer sonst genau Bescheid weiß, die Briten, die Deutschen, die Chinesen, die Russen … Ich bin nun also Mitglied der sogenannten „anderen“ Fraktion und kann persönlich nichts dafür oder dagegen tun, es ist einfach so. Und solche wie mich gibt es sicher einige mehr ... Aber neues Wissen braucht Zeit. Ich wollte, soweit ich mich zurückerinnern konnte, meinen ernsthaften Aufbruchs-Willen kundtun oder meinen Dank. Meine Entscheidung oder eure Entscheidung oder das, was ich für mich halte, ist innerlich zutiefst befreiend gegen die Fieslinge gefallen. Spirituell gesprochen, ein Kontrollinstrument ist am Werk, größer als mein Vorstellungsvermögen. Und die Katastrophen wirken wie Kirmesattraktionen. Wie kleine Fische. Das große Bangen, bin ich zum Überleben auserwählt oder verloren, das kommt bewusst erst jetzt und immer mehr. Es kommt. Es muss kommen. Wie ein schwarzes Loch. Wie ein Fischmaul. In einem Fischmaul werden die meisten untergehen, weil sie die Frage nicht ertragen, nicht zu wissen, nie, warum ich, warum ich nicht - und niemand kann sich qualifizieren. Wir sind alle gleich, weil wir gleich frei sind, nur wollen wir das nicht wahrhaben. Wir unterdrücken und töten uns, wenn es uns zum schnellen Vorteil gereicht, wie im Wahn. Guck dir die Affen an. Die Bonobos leben zivilisierter als wir. Ihr werdet längst wissen, ob wir die letzten Unfreien sind. Nicht nur am Baikalsee treffen sich immer mehr Quälfrager zu analytischen Vorbereitungs-Seminaren. Und wer auch immer diese Zeilen findet, ihr solltet wissen, dass es neue Konstellationen gibt. Es geht um die Wasserknappheit und die neue Zusammensetzung, irgendwo weit weg, auf dem Mars etc. und noch weiter. Unser Blut muss angepasst werden. Dass ich längst angepasst war, hätte Anna um den Verstand gebracht. Dass mein Tod in der neuen Stadt keine Bedeutung mehr hat. Ich sah noch, wie sich die Luft verflüchtigte, in drei Schichten, schwarz-weiß-grau, dass man die Stadt am anderen Ufer vermisst melden könnte. Da war Anna mit ihrem Bestatter schon unterwegs zu ihren Fjordferien auf Lebenszeit und ich war mir nicht sicher, ob wir uns je irgendwo wiedersehen würden. Mir fällt im freien Fall schließlich auch nichts Besseres darauf ein, als „alles Passage“ zu schreien. Alles Übergang. Als ob ich Anna auch jetzt nicht den letzten Akt allein überlassen will. Alles im Gen-Gral? Anna hat Recht mit ihren Fragen. Ich weiß nicht, warum ich mich oder sie überleben darf. In Annas Augen habe ich nicht nur sie zu wenig geliebt. Wir Menschen vergessen schnell, wie die Liebe die Welt verändert, doch ich glaube noch immer an diese befreiende Chance. Wir wurden nicht grundlos aus eurer Ursuppe geholt. Ich hielt mich nie für ziemlich schlau und habe auch jetzt das Gefühl, dass ich wieder am Anfang steh … ***



NEW WORLD ORDER ROULETTE


Wenn die Kirchen brennen
Für Cash `N Sex
Sind die Reichsten uneins
Über Klima und Pipelines
In der Filmbotschaft
Der Geheimwirtschaft
Köpfen Schwerter
Für getürkte Spiele
De-mo-kra-ti-en
Ohne moderne Werte
Morden fremde Söldner
Bis zum Entvölkern

Europa, steh auf!

Wenn deine Kinder brennen
Für False Flag `N Oil
Liegt die Freiheit in Ketten
Egal, durch welche Betten
Spielt China nett Russisches
Roulette im Schlussverkauf
Von Hollywood
Mit manipuliertem
Patentschutt
Für Prunkpaläste
Der Diktatoren
Galane, die wie
Gladiatoren
In gestohlener Erde
Zum Hohn der Hungergebärde
Mit Bankendienern
Freundschaft verminen

Europa, steh auf!

In der neuen Ordnung
Stehen dir dann allein
Kalte Küchen offen
Wo vereinzelt noch
Fern von Goldpeitschen
Und Blutgeld
Nicht erst seit Waterloo
Unbeobachtet
Liebende hoffen

Europa, steh auf!

Wenn enttarnte Tycoone
Bei einem warmen Essen
Für die humane Lesson
In Share `N Compassion
Brennen, werden Kulturen
Von Erpressbaren
Zu Mangelwaren

Steht Europa auf

***

du. Weltvision. wenn antidemokraten, die noch eine rechnung offen haben, als egomanische entscheidungsträger an machtpositionen, patente und pipelines gelangen: sag NEIN!
du. Gewissen. wenn sie dich kaufen, um unschuldige zu belasten: sag NEIN!
du. Herz. übe dich in barmherzigkeit. die welt braucht deine LIEBE LOVE AMOR
(aus: in diesen zeiten sag nein / frei nach borchert)
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M. S. Rose

Willkommen! Welcome & Bienvenue!

Willkommen im Bloggarten der Autorin M.S. Rose / Pics (Olympus/Sony) © Texte/Fotos: M.S.Rose. / Kontakt: blues68(at)hotmail.de // ... Wenn enttarnte Tycoone bei einem warmen Essen für die humane Lesson in Share `N Compassion brennen, werden Kulturen von Erpressbaren zu Mangelwaren.

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